Grundlos lieben - wie geht das?

Shownotes

Grundlos / bedingunslos lieben - ist das überhaupt möglich? Wie soll das gehen?

In dieser Folge lernst Du für die Liebe über Deinen eigenen Schatten zu springen.

Wenn Du spürst, dass Dich diese Worte berühren und Du Dir eine Trauung wünschst, die sich genauso anfühlt: https://heiraten-mit-bernd.de

Die zentralen Aussagen dieser Episode: „Die Gewalt ist rasch. Die Liebe braucht Zeit.“ von Theodor Wiesengrund Adorno und „Es gibt tausend Gründe zu hassen. Allein die Liebe ist grundlos.“ (Autor unbekannt)

Was bedeutet das für unser eigenes Leben?

Wenn Vertrauen Zeit braucht, wenn wir verletzt wurden, wenn Misstrauen gewachsen ist – wie können wir trotzdem wieder in einen liebevollen Kontakt, in eine Verbindung gehen?

Diese Folge ist eine Einladung, Liebe nicht als nützlich oder berechenbar bzw. begründet zu verstehen, sondern als tiefe Haltung zum einfach Menschsein, zu dem Wert des Lebens in sich. Und das Loslassen als Weg immer wieder neu anzufangen, obwohl alles dagegen spricht.

Diese Episode ist auch eine Würdigung tiefer Weisheit als praktische Lebenshilfe im Verzeihen, im Verständnis, im erneuten Aufeinander-Zugehen.

Es geht um die Frage, ob wir den Mut finden, uns nicht von vergangenen Erfahrungen bestimmen zu lassen – sondern bewusst einen neuen Anfang zu setzen.

Und vielleicht beginnt dieser Weg genau dort, wo wir aufhören, nach Gründen zu suchen.So ist die Liebe ganz spontan, bewegt sich aus einer Art Ur-Vertrauen heraus.

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Grundlos lieben – wie geht das?

Speaker Herzlich willkommen bei meinem Podcast. Ja zu Liebe. In diesem Podcast geht es um Liebe in allen Varianten. Die Liebe zu mir selbst, Freundschaften, die Liebe zur Natur, partnerschaftliche Liebe. Es geht auch um das Thema Hochzeiten, aber auch um Einsamkeit, die Suche nach Liebe, einen geliebten Menschen loslassen zu müssen und um andere Formen der Liebe. Heute möchte ich euch mit euch über ein paar philosophische Gedanken sprechen, die aber mit tiefen Gefühlen einhergehen und mein Leben beeinflusst haben. Ich habe ja in Ludwigshafen am Rhein Sozialpädagogik und Sozialarbeit studiert, und das ist schon viele Jahre her. Ja, und da sind noch so ein paar Erkenntnisse aus diesem Studium vor allem hängen geblieben. Das ist schon ganz spannend. Ich habe da drei Jahre studiert. Viele Erinnerungen, aber von den Inhalten des Studiums nicht mehr ganz so viel präsent. Aber da gab es einen Satz, den einer unserer Dozenten mal geprägt hat oder den ich dann später aufgegriffen habe. Genau weiß ich es nicht mehr. Der Satz ist von Theodor Wiesengrund Adorno und heißt Die Gewalt ist rasch, die Liebe braucht Zeit. Ja, lass diesen Satz mal etwas auf euch wirken. Ich wiederhole noch mal ganz bewusst Die Gewalt ist rasch, Die Liebe braucht Zeit. Also dieser Satz hat mich tief beeindruckt und er ist bis heute bei mir geblieben. Deshalb spreche ich auch jetzt darüber. Leider bin ich ja in einer Familie aufgewachsen, in der es auch mir gegenüber Gewalt gab. Gewalt ist greifbar gewesen und führt doch auch zu großen Schwierigkeiten. Das ist den meisten von euch bekannt. Mag auch jetzt im Moment gar nicht näher darauf eingehen, aber dieser Satz von Adorno Die Gewalt ist rasch, die Liebe braucht Zeit ist für mich wie eine große Leuchtsäule. Verkürzt gesagt heißt das für mich In einer Situation ist es sehr schnell sehr viel kaputt gemacht. Durch harte Worte, durch ja im Maximalfall brutales Verhalten, durch Rücksichtslosigkeit, durch ja und auch im physischen Sinn. Wir sehen ja, wie schnell solche Raketen oder was auch immer, ja wie schnell viel kaputt gemacht ist, aber wie lange es dauert, bis wieder etwas aufgebaut ist. Und da wir hier in diesem Podcast die Liebe im Mittelpunkt haben, geht es mir in dem Zusammenhang auch darum, ja selber noch mal darüber nachzudenken, wie vertrauensvolle Bindungen, gute Beziehungen, Partnerschaften und ganz im Mittelpunkt natürlich Vertrauen entstehen. Damit Vertrauen entsteht, braucht es Zeit. Es braucht eine Wiederholung von zuverlässigem Verhalten, von respektvollem Miteinander, von ja, auch Sanftheit. Zuhören. Im Kontakt sein. Den eigenen Vorteil fallen lassen und wirklich in eine Beziehung, in eine Kooperation treten wollen. Es braucht also eine ganz bestimmte Haltung. Und für Menschen, die schlechte Erfahrungen gesammelt haben, die sind ja oft berechtigtermaßen misstrauisch. Sie vertrauen nicht so leicht, weil sie Angst haben, wieder Verletzt zu werden oder im anderen Sinn übers Ohr gehauen zu werden, ausgenutzt zu werden. Also solche Menschen. Die schützen sich selbst noch mal umso mehr, indem sie misstrauisch sind. Also nicht vertrauen. Jetzt ist es aber mit dem Vertrauen so ähnlich wie mit der Liebe. Das Vertrauen wächst auf dem Boden von Glauben im Sinne von Hoffnung, von Zutrauen, von über den eigenen Schatten springen. Und in diesem Zusammenhang gibt es noch einen ganz großen Satz, der mich sehr, sehr geprägt hat. Ich weiß jetzt nicht mehr, wo ich ihn genau zum Ersten Mal gehört habe. Und dieser Satz heißt, es gibt tausend Gründe, jemanden zu hassen. Allein die Liebe ist grundlos. Ich wiederhole das noch mal Es gibt tausend Gründe, jemanden zu hassen. Allein die Liebe ist grundlos. Was heißt das also, wenn wir jemanden, vereinfacht gesagt, nicht leiden können. Negative Gefühle haben, dann haben wir immer Gründe dafür. Ja, der hat ja das gemacht. Und sie hat ja das gesagt. Und jetzt hat er schon wieder so komisch geguckt, oder Damals hat er mir das und das weggenommen, hat sich so und so verhalten. Also ich überlege und überlege und es fallen mir tausend Gründe dafür ein, warum ich diesen Menschen im schlimmsten Fall hasse. Das ist schon spannend. Und dann heißt dieser zweite Satz allein also einzig. Könnte man auch sagen. Könnte frau auch sagen Allein die Liebe ist grundlos. Es gibt also keinen Grund, jemanden zu lieben. Was heißt das? Es ist also ohne. Ohne Begründung, ohne bestimmte Absicht. Heißt das, ich liebe einfach so? Derjenige hat es vielleicht sogar nicht mal verdient. Also wenn jemand meine Liebe verdient hat, dann bedeutet das natürlich auch, dass derjenige keine Ahnung für mich was getan hat. Ich berechne das, der hat mir was gegeben geleistet und deshalb. Also aus diesem Grund liebe ich ihn. Ja. Das ist nicht gemeint. Das funktioniert auch nicht. Also die Liebe ist in dieser Form auch nicht berechnend, sondern allein die Liebe ist Grundlos. Das ist insofern wundervoll, dass ich liebevoll auf jemanden zugehen kann, der es eigentlich nicht verdient hat, der mich vielleicht ein paar Tage vorher verletzt hat. Aber wie soll das gehen? Wie soll das gehen? Also das ist schwer. Es ist. Es erscheint schwer. Na ja, also da gibt es eine einfache Möglichkeit. Und das ist die, dass ich all das Negative, was da war, einfach fallen lasse. Einfach fallen lasse im Sinne von verzeihen, Loslassen vielleicht somit der Denkweise wirklich kann der mich nicht gemeint haben? Oder vielleicht mit so was wie Verständnis, Mitgefühl, dass ich glaube, dieser Mensch hat in diesem Moment wahrscheinlich auch massiv unter Druck gestanden. Dahinter stehen Ängste, Verunsicherung. Vielleicht wurde der Mensch auch mal sehr verletzt und hat deshalb so reagiert. Also ich entschuldige und erkläre zugunsten des Gegenübers alles. Also ich mache mich noch mal frei und liebe grundlos. Das hat eine große Tiefe. Und wenn ich das verknüpfe mit der Aussage von Adorno, dass die Liebe Zeit braucht, dann steckt darin auch der Gedanke von Wachstum. Aber der zweite Satz, dass ich nicht nach Begründungen suchen muss, jemanden zu lieben, das erleichtert das schon sehr. Und wenn ich das auf mich selbst beziehe, mich selbst zu lieben, das ist ja eine große Vorstellung für mich, immer noch. Oder mich selbst anzunehmen, dann ist das auch grundlos. Also ich bin einfach ein Mensch oder noch weniger Ich bin, ich bin so und wie genau richtig oder falsch spielt keine Rolle. Allein, dass ich als Mensch da bin, reicht völlig aus, um zugewandt, liebevoll mit mir umzugehen. Das ist auch Respekt gegenüber dem Leben, dem Fall, gegenüber meinem eigenen Leben. Und dass ich mich selbst respektiere, annehme und im Maximalfall liebe, ist auch eine gute Grundlage, um andere Menschen anzunehmen und zu lieben. Wenn ich es bei mir selber nicht gut schaffe, dann ja. Fehlt da etwas? Diese Gedanken und gerade diese beiden Sätzen begleiten mich schon sehr, sehr lang und es hat einfach die Möglichkeit, alles fallen zu lassen, den ganzen Mist und neu auf jemanden zuzugehen. Für das Gegenüber mag das erschreckend sein, ist mir auch schon in meiner Partnerschaft passiert, dass ich so losgelassen habe und noch mal auf mein Gegenüber zugegangen bin. Da war sie schon erschrocken, aber es war aufgrund von dieser Philosophie und an diesem Punkt wird Philosophie für mich ganz praktisch, ganz lebendig, wenn ich das so umsetze. Das ist auch ein Grund, warum ich ein Freund der Weisheit bin. Im ursprünglichen Sinn, weil Weisheiten einem zu einem liebevolleren, besseren Leben verhelfen können und Frieden im eigenen Herzen bei allen Menschen auf dieser Welt. Das wäre die Grundlage für eine friedliche Welt. Ich fange bei mir selbst an und gehe in diese Richtung. Ja, ein paar philosophische Gedanken für euch, die ihr den Podcast hört. Ich freue mich sehr, dass ihr euch auch diese Episode angehört habt. Und ja, lade euch ein, schon bald wieder dabei zu sein, wenn es heißt Ja zur Liebe, euer Bernd.

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